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Eine Schrift über die Gewalt

Ich verstehe die Gewalt. Ich habe mein Leben lang Gewalt gesehen. Ich bin mit ihr aufgewachsen. Die Gewalt ist Teil meines Lebens. Ich bin ihr aber nie verfallen. Ich konsumiere Sie nur. Ich bin nur Zuschauer von Gewalt. Ich kenne alle ihre Seiten. Ich weiß von der Gewalt, die um uns herum passiert. Ich kann die Gewalt nicht aufhalten. Ich bin ein Teil von ihrer Macht geworden. Die Gewalt versteckt sich nicht. Die Gewalt will gefunden werden. Sie schlummert in uns. Sie wohnt neben an. Die Gewalt ist bei fast allen ein willkommener Gast. Ein Tag ohne Gewalt ist ein nicht beachteter Tag. Auch im Frieden gibt es Gewalt. Gewalt fesselt uns. Gewalt verschlingt uns. Gewalt lässt uns kalt. Ich erwarte die Gewalt. Ich bin nicht ihre Ursache aber ich bin ihr Futter. Alles was Menschen anderen Menschen antun können – tun sie Ihnen an. Die Gewalt ist keine Krankheit. Die Gewalt ist keine Haltung. Die Gewalt ist ein Wert. Die Gewalt ist eine Tugend. Denn man wird immer Menschen finden, die beschwören: Ganz ohne Gewalt geht es nicht. Denn auf Gewalt, muss Gewalt folgen, wenn nicht sterben die Gewaltlosen und die Gewalttätigen leben. Mir ist etwas klar geworden: Es wird immer Gewalt geben. Noch konkreter: Es wird immer Menschen geben, die anderen Menschen Gewalt antun werden. Man könnte meinen, die Aufklärung, der Humanismus, die Liebe, die Freiheit oder unser Mitgefühl könnten die Gewalt aufhalten, aber aus all diesen Gründen gibt es Gewalt. Es kann keinen Frieden geben, wenn es vorher nicht einen Krieg gegeben hat. Es kann keine Freiheit geben, wenn ich nicht vorher gefangen war. Es kann kein Mitgefühl geben wenn es kein Leid gab. Die Gewalt ist unser Erbe. Die Gewalt ist unser Natur. Die Gewalt zwingt uns zum Kompromiss. Ich wollte es auch nicht wahr haben. Ich möchte an eine friedliche, freie, und gerechte Welt glauben, aber wie könnte diese Welt aussehen? Ich glaube, das eine kleine Gruppe von Menschen sich einigen kann, oder sogar ganze Nationen. Ich bin erst vor kurzem u-Bahn gefahren. Ich habe darüber nachgedacht welche Auswirkungen hätte sinnlose Gewalt gegen alle Menschen in dieser u-bahn? An Tag 1: Große Aufregung. Alle sind betroffen, alle wollen, alles hinterfragen. Es wird über Sicherheit gesprochen, über Waffenbesitz, über psychologische Probleme der Täter. Man schwört tausend Eide, das s so etwas nie wieder passieren soll. An Tag 2: Immer noch große Aufregung: Sollen die Namen der opfer genant werden? Was ist mit Tag 10: Die Beerdigungen, alle weinen, alle fühlen Trauer und Schmerz, sehr viele Menschen sind bereit für ihre Sicherheit noch mehr Freiheit aufzugeben. An Tag 100: Die Täter kommen vor Gericht. Manche wollen die Todesstrafe, die ersten wollen nur vergessen. Und genau ab diesem Zeitpunkt hat man die Gewalt hingenommen. Egal wir grausam, wie brutal, wie unmenschlich andere Menschen gegen andere Menschen handeln, es kommt der Punkt wo das Leben weiter geht. Alle würde zustimmen und sagen ja das muss so sein. Am 200 Tag: Die Urteile. Für die meisten sind die Urteile zu milde. Alle Täter kommen bis zu ihrem Tod ins Gefängnis. Die Menschen können endlich vergessen. Am 1000 Tag, trauern nur noch die Hinterbliebenen. Wer wird sich an die Opfer erinnern? Die Namen der Täter stehen in den Chronik der Stadt. Ich habe folgende Theorie: Eine Person streift durch die Straßen. Diese Person denkt darüber nach einen anderen Menschen nicht zu töten. Sie sucht sich jemanden aus und denkt sich: Ich töte ihn nicht. Die Frage lautet: Ist dies schon eine eingreifenden Entscheidung in das verschonte Leben? Eigentlich nur dann, wenn er alle anderen, außer diese eine Person töten würde. Jeden Tag entscheiden sich fast alle Menschen dazu heute keinen anderen zu töten. Wenn man es ins Verhältnis von möglichen Tätern und Opfern setzt könnte man zu dem Schluss kommen es gibt so gut wie keine Gewalt unter den Menschen. Hier bin ich an einem wichtigen Punkt angekommen. Sobald man die Menschheit als Einheit von 7 Milliarden Individuen begreift, versteht man Gewalt plötzlich ganz anders. Gewalt ist eine ausschließliche Handlung zwischen Individuen. Gewalt ist persönlich. Gewalt braucht nicht mal eine Begründung. Ich habe eingangs schon erwähnt, ich sehe jeden Tag Gewalt. In meinem Beispiel ist es die mediale Gewalt. Ich bin ein Tourist. Ein Reisender. Ich zappe von einem Raubmord zu einer Hinrichtung und zurück zum Serienkiller und dass alles vor dem Frühstück. Diese Schrift soll keine Median Kritik sein, ich möchte mit meinen Eindrücken helfen die Gewalt zu verstehen. Mir wird in letzter Zeit so vieles klar. Alle Gesellschaften befinden sich im Fluss der Gewalt. Dies ist der Hauptgrund für Unterschiede innerhalb einer Gesellschaft. Könnte man den Faktor Gewalt herausnehmen was für eine Gesellschaft würde dann übrig bleiben? Ich Behaupte gar keine. Eine Gesellschaft ohne Gewalt hätte keine Verwendung mehr für Ordnung. Es gebe keine Polizei mehr, keine Justiz, keine Herrschaft mehr. Es gebe kein Geld, kein Besitz keinen Reichtum mehr. Wenn es nicht mehr möglich wäre anderen Gewalt antun zu können dann würden alle Menschen solange leben wie es möglich wäre. Die alles klärende Frage lautet also: Wie erreicht die Menschheit ein Zustand völliger Gewaltlosigkeit? Die Antwort bricht mir das Herz: Indem alle Menschen auf Gewalt verzichten. Leider habe ich im mittleren Teil meiner Schrift erklärt; das die Gewaltlosen von den Gewalttätigen getötet werden. Und hier das Paradoxon:Alle Gewaltlosen müssten nur alle Gewalttätigen töten. Was Sie wiederum zu Gewalttätigen macht und ergo müssen wir uns alle töten. Und warum bricht es mir das Herz? Weil ich weiß, am Ende wird es so kommen. Vielleicht überlebt eine kleine Gruppe von Menschen. Vielleicht erschaffen unsere nachkommen eine gewaltlose Gesellschaft vom ersten Tag an. Ich liebe den Fortschritt den uns unsere Gewalttätigkeit gebracht hat. Ohne die unzähligen Kriege, und kämpfen hätten wir heute keine globalisierte Welt. Die Menschheit steht am Scheideweg, entweder wir teilen alles unter allen gleich auf oder es läuft auf den Kampf hinaus jeder gegen jeden. Ich bin ein Mensch. Ich bin in der Lage zu lieben. Ich bin ein Mensch, ich bin in der Lage zu empfinden. Ich wünsche mir, dass ich mein Glück finden. Ich wünsche jedem das er sein Glück findet. Franz Bremer

24.3.13 04:27

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